Die Freitagspost: Eine historische Wahl, eine große Rede und eine Regenbogen-Maske

Veröffentlicht am 06.11.2020 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost schreibt Daniel über die Präsidentschaftswahl in den USA, das unwürdige Verhalten des Präsidenten Donald Trump und erinnert an die Größe des Wahlverlierers John McCain 2008, der in einer großen Rede nach seiner Niederlage zur Einheit aufgerufen hat.

Im Moment der Niederlage zeigt sich wahre Größe. Donald Trump, der behauptete Amerika wieder groß machen zu wollen und in den letzten Jahren alle Werte dieses Landes kurz und klein getwittert hat, war diese Größe niemals zuzutrauen.

Das Schauspiel im Weißen Haus ist einmal mehr erschreckend. In unseren Demokratien neigen wir dazu, Wahlverlierer*innen schnell zu vergessen – Denkmäler und Straßen benennen wir nicht nach ihnen. Dabei ist – wenn man so will – das Verlieren einer Wahl für die Demokratie genauso systemrelevant wie das Gewinnen.

John McCain hat in seiner langen politischen Biografie viele Erfolge gehabt. Aber die Kandidatur als Präsident endete für ihn 2008 in einer Niederlage. Das war der Moment in dem er seine historische Größe zeigte und eine Rede hielt, die mehr Bedeutung hat als zahllose Reden von gewählten Präsidenten.

Diese Rede ist im Wortlaut in deutscher Übersetzung wesentlicher Teil dieser Freitagspost. Ich hoffe, dass die USA, die so eine große Leistung für die Demokratie und die Wiedervereinigung unseres Landes erbracht haben, den Trump-Alptraum hinter sich lassen können, ihre Demokratie neu beleben und ihre eigene Wiedervereinigung nach so viel Hass, Hetze und Lügen finden. Wer die Rede von John McCain liest spürt, dass die USA die Tradition und die Kraft dazu haben.

John McCain am Wahlabend 2008:

Wir sind am Ende einer langen Reise angelangt. Die Menschen in den USA haben gesprochen, und sie haben deutlich gesprochen.

Vor wenigen Minuten hatte ich die Ehre, Senator Obama anzurufen und ihm zu gratulieren. Ich habe ihm dazu gratuliert, dass er der künftige Präsident des Landes sein wird, das wir beide so sehr lieben.

Nach dieser langen und schwierigen Kampagne verdient allein schon sein Erfolg, sein Können und seine Ausdauer meinen Respekt. Dass er es aber darüber hinaus geschafft hat, die Hoffnungen so vieler Menschen zu inspirieren, die zuvor gedacht hatten, dass ihr Leben nicht durch eine Wahl beeinflusst würde und auch nicht dachten, dass sie selbst Einfluss auf den Ausgang einer Präsidentschaftswahl nehmen könnten, bewundere ich sehr.

Dies ist eine historische Wahl und ich denke, dass sie vor allem für viele Afroamerikaner eine ganz besondere Bedeutung hat und wie stolz sie an diesem Abend sein müssen.

Ich habe immer daran geglaubt, dass Amerika all jenen, die den nötigen Fleiß und den nötigen Willen haben, alle Chancen bietet, etwas zu schaffen. Senator Obama teilt diese Annahme.

Uns beiden ist klar, dass allein die Erinnerung an die alten Zeiten die Kraft hat, die Menschen zu verletzen - obwohl wir die Zeit der Ungerechtigkeit, die den Ruf unserer Nation nachhaltig beschädigt und einen Teil der Bevölkerung unterdrückt hat, lange hinter uns gelassen haben.

Vor einem Jahrhundert sorgte die Einladung Theodore Roosevelts an Booker T. Washington zu einem Essen im Weißen Haus in vielen Stadtteilen für Aufsehen.

Heute ist Amerika weit entfernt von der Grausamkeit und dem angsteinflößenden Fanatismus der damaligen Zeit. Dafür gibt es keinen besseren Beweis als die Wahl eines Afroamerikaners zum Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Alle Amerikaner sollten es wertschätzen, Bürger dieser großen Nation zu sein, der großartigsten Nation auf der Welt.

Senator Obama hat etwas Großartiges erreicht - für sich persönlich und für dieses Land. Ich spende ihm meinen Beifall und spreche ihm meine tiefe Anteilnahme dafür aus, dass seine geliebte Großmutter diesen Tag nicht mehr erleben durfte. Auch wenn unser Glaube uns sagt, dass sie in der Gegenwart ihres Schöpfers weilt und sehr stolz ist auf den großen Mann, den sie erzogen hat.

Senator Obama und ich hatten unsere Differenzen - nun konnte er sich durchsetzen. Ohne Zweifel werden viele von diesen Unterschieden auch in Zukunft bestehen bleiben.

Die Zeiten sind schwierig für unser Land. Ich verspreche ihm heute Abend, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um ihn bei den Herausforderungen zu unterstützen.

Ich rufe alle Amerikaner, die mich unterstützt haben, dazu auf, sich mir anzuschließen: Nicht nur indem sie Obama gratulieren, sondern indem wir alle unserem neuen Präsidenten mit Wohlwollen entgegentreten und uns aufrichtig bemühen, Wege zu finden, um zusammenzukommen und die nötigen Kompromisse zu finden, um unsere Differenzen zu überbrücken, unseren Reichtum auszubauen, unsere Sicherheit in einer gefährlichen Welt zu verteidigen, und unseren Kindern und Enkelkindern ein stärkeres, besseres Land zu hinterlassen, als wir es einst geerbt haben.

Was immer uns trennt, wir sind alle Amerikaner. Und Sie können mir glauben, dass mir keine Verbindung je mehr bedeutet hat als diese.

Es ist ganz natürlich, dass wir an einem Abend wie diesem enttäuscht sind. Aber morgen müssen wir weitermachen und zusammenarbeiten, um unser Land wieder in Gang zu bringen. Wir haben so hart gekämpft, wie wir konnten. Und auch wenn wir gescheitert sind, der Fehler liegt bei mir, nicht bei euch.

Ich bin euch allen sehr dankbar für eure Unterstützung und alles, was Ihr für mich getan habt. Ich hätte mir gewünscht, dass das Ergebnis am Ende ein anderes gewesen wäre.

Der Weg war von Anfang an schwierig, aber eure Unterstützung und eure Freundschaft sind nie ins Wanken geraten. Ich kann nicht angemessen in Worte fassen, wie sehr ich in eurer Schuld stehe.

[…]

Diese Kampagne wird die große Ehre meines Lebens bleiben. Mein Herz ist voller Dankbarkeit, dass ich diese Erfahrung machen durfte und dass mir die amerikanischen Wähler eine Chance gegeben haben, bevor sie entschieden haben, dass Senator Obama und mein guter Freund Senator Joe Biden die Ehre haben, uns in den kommenden vier Jahren zu führen.

Ich wäre kein Amerikaner, wenn ich nicht stolz darauf wäre, diesem Land seit einem halben Jahrhundert dienen zu dürfen.

Heute habe ich für das höchste Amt in dem Land kandidiert, das ich so sehr liebe. Am heutigen Abend bleibe ich ein Diener. Das ist Ehre genug und dafür danke ich den Menschen aus Arizona.

Am heutigen Abend spüre ich nur die Liebe zu diesem Land und seinen Bürgern - egal ob sie mich unterstützt haben oder Senator Obama.

Ich wünsche dem Mann, der einst mein Gegner war und bald mein Präsident sein wird, viel Glück auf seinem Weg. Ich rufe die Amerikaner dazu auf, nicht wegen unserer gegenwärtigen Probleme zu verzweifeln, sondern an das Versprechen und die Größe Amerikas zu glauben, denn nichts ist hier unmöglich. Amerikaner geben nie auf, wir kapitulieren nicht.

Wir verstecken uns nicht vor der Geschichte, wir schreiben Geschichte.

Vielen Dank! Gott segne euch und Gott segne Amerika!"

Landtagspräsidentin Aras und Landtagsabgeordneter Born mit Regenbogen-Maske

Foto der Woche: Bei einer Rede vor ein paar Tagen hatte ich eine Regenbogenmaske an. Die Masken sind von PLUS Rhein-Neckar e.V., wo ich Vorstand bin. Mit dem Verkauf der Masken wird die Beratungsarbeit, die Jugendarbeit und die Aids-Hilfe von PLUS unterstützt. Jetzt wollte auch unsere Landtagspräsidentin Aras mit der Regenbogenmaske Flagge zeigen. Wir haben auch noch welche im Büro. Wer also gerne einen Regenbogen als Mund-Nasen-Schutz möchte, einfach Mail an buero@daniel-born.de!

 

Homepage Daniel Born MdL

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