#Sommerabend: Religiöse Vielfalt in einem „Dorf“ versammelt

Veröffentlicht am 15.08.2019 in Pressemitteilungen

Im Schwetzinger Karl-Wörn-Haus startete die diesjährige #Sommerabend-Museumstour des Landtagsabgeordneten Daniel Born. 

Schwetzingen. „Es ist nur ein Dorf.“ hatte Leopold Mozart über Schwetzingen gesagt und damit den provozierend-augenzwinkernden Aufmacher für die diesjährige Sonderausstellung des Heimatmuseums im Karl-Wörn-Haus über den Besuch der Mozartfamilie im Jahre 1763 in der damaligen kurpfälzischen Sommerresidenz zu Papier gebracht. Doch Rüdiger Thomsen-Fürst von der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik ergänzte in seiner spannenden Führung durch die Ausstellung sofort: „Leopold Mozart meinte sinngemäß, dass Schwetzingen zwar aufgrund seiner Einwohnerzahl nur ein Dorf gewesen sei, aber was für eines!“

Denn der österreichische Komponist hatte sich beeindruckt von der religiösen Vielfalt in der kleinen Sommerresidenz gezeigt. Lutheraner, Calvinisten, Katholiken und Juden würden friedlich miteinander zusammenleben – das hatte selbst die weit gereiste Familie Mozart so noch nicht in einer kleinen Stadt erlebt.

Vielfalt war denn auch das Stichwort für Landtagsabgeordneten Daniel Born. „Vor einem Jahr habe ich die Sommerabend-Tour gestartet, um die Vielfalt der Geschichte und der Geschichten unserer Region zu zeigen. Mit dem Karl-Wörn-Haus sind wir heute nicht nur mitten in der Heimatgeschichte Schwetzingens zu Hause, sondern mit dem Namensgeber auch unter einer guten Überschrift versammelt. Karl Wörns bedeutendes Werk heißt ‚Schwetzingen – lebendige Stadt‘, so ist es.“ begrüßte der Schwetzinger Abgeordnete gemeinsam mit Museumsleiter Lars Maurer und der SPD-Vorsitzenden Monika Maier-Kuhn die Gäste.

Lars Maurer zeigte die Bandbreite der städtischen Sammlungen auf, die von den Anfängen Schwetzingens mit der ersten urkundlichen Erwähnung über die Blüte als Residenzstadt bis zum industriellen Erbe, an das das Karl-Wörn-Haus als ehemaliges Direktionsgebäude der Firma Bassermann auch unmittelbar erinnert, reicht. Besonders spannend war es, sich im Anschluss an den Fachvortrag von Rüdiger Thomsen-Fürst, in das 18. Jahrhundert zu versetzen. Es herrschte viel mehr Stille, denn es gab keinen Autoverkehr, kein Radio, kein Handyklingeln. Über 70 Musiker sind in der Stadt untergebracht, die in ihren Zimmern proben und Stücke einüben. Und in einem Gasthof sind Leute aus Salzburg untergebracht, deren Sohn als Wunderkind nicht nur auf Europa-Tournee ist, sondern der auch im Schloss vor dem Kurfürsten spielen wird: Wolfgang Amadeus Mozart. Für die Teilnehmer des Sommerabends wurde so die vielfältige und lebendige Stadt greifbar, die ja laut Leopold Mozart „nur ein Dorf“ gewesen war.

Die Sommerabend-Runde nutzte die Möglichkeit, noch zahlreiche Nachfragen an die beiden Referenten zu stellen und die zahlreichen Ausstellungsstücke und Infotafeln zu studieren.

„Unser nächster Stopp geht noch einmal weiter in die Geschichte zurück, denn Mitte August treffen wir den Ur-Reilinger.“ kündigte Daniel Born zum Abschluss den folgenden Sommerabend am 14. August um 18 Uhr im Heimatmuseum Reilingen (Hauptstraße 1, Reilingen) an.

 

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